Dolomitenladinisch - autochthone Mehrsprachigkeit

Im ladinischen Sprachgebiet Norditaliens ergeben sich durch die mono-, bi- bzw. trilinguale Situation der Sprecher - anders als etwa in Deutschland ohne Migrationshintergrund - spezifische politische, gesellschaftliche und soziale Konditionen, die im Rahmen der Schulorganisation zu berücksichtigen sind. In diesem Kontext ist ein Beitrag zur Erstellung lehrwerkunabhängiger Materialien zur Lyrikanalyse im Mutter- und Fremdsprachenunterricht unter Berücksich-tigung italienischer, ladinischer und deutscher Texte entstanden, flankiert durch die Mitarbeit an einem Ladinisch-Lehrwerk für deutsche Muttersprachler, das 2008 erschienen ist.
Seit Mai 2012 ist das ladinische Sprachgebiet erneut ins Zentrum meines linguistischen Forschungsinteresses gerückt: Mein Beitrag in französischer Sprache - Le ladin dolomitique - für die Manuals of Romance Linguistics, Band I Romanische Sprachen und Sprachgebiete, hrsg. von Andre Klump, Johannes Kramer & Aline Willems ist 2014 in Berlin bei de Gruyter erscheinen, der zweite Beitrag in diesem Kontext - Les frontières linguistiques du ladin dolomitique - ist bei den Herausgebern Christina Ossenkop & Otto Winkelmann eingereicht. Aktuell arbeite ich mit Johannes Kramer & Aline Willems an einem Band zu polyglotten Sprechergemeinschaften in der Sellaladinia und in Luxemburg. Mein Schwerpunkt bilden dabei die Präsentation und Analyse des paritätischen bzw. dreisprachigen Unterrichts im Gadertal und in Gröden nach 1945. Eine empirische Untersuchung der dreisprachigen Kompetenz der Ladiner (mit Probanden der Jahrgänge 1940 bis 2005) in diesem Gebiet führe ich aktuell durch, um methodische Konzepte aufzuzeigen, die für den Fremdsprachenunterricht in Gebieten nutzbar gemacht werden können, deren Bevölkerung nicht autochthon mehrsprachig ist.
Für Hörproben zum Gadertalischen klicken Interessierte bitte I Tiers dieser Dienstwebseiten oder die Homepage der Gadertaler Gruppe Ganes an.

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