JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ
Fachbereich 1420
Institut für Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft
Prof. Dr. Dieter Seelbach


Sommersemester 1998

Vorlesung: Dialog- und - Konversationsforschung
Di. 10-12, P 110

Ausgehend von der Gesprochenen-Sprache-Forschung über das Genfer Modell der Gesprächsanalyse und die ethnomethodologische Konversationsanalyse bis hin zu handlungs- und informationsorientierten Ansätzen der Dialoganalyse werden Methoden und Ergebnisse der Gesprächsforschung vorgestellt. Allgemeine Merkmale der Mündlichkeit und authentischer Gespräche, Methoden wie die Genfer Gesprächsanalyse sowie wichtige Ergebnisse wie die von Dialog- und Konversationsfgrschern (ROULET, MOESCHLER, GÜLICH, KOTSCHI u.a.) wurden am Französischen erarbeitet, so daß sich neben deutschen und englischen Beispielen von Gesprächstexten auch solche aus dieser Sprache nicht vermeiden lassen, wenn man die Autoren im Original lesen und verstehen will. Grundkenntnisse des Französischen, die, einem dreijährigen Schulunterricht entsprechen, sind daher willkommen.

Proseminar: Einführung in die Linguistik
Mi. 10-12, P 13

Diese Einführungsveranstaltung ist von den Studierenden der drei Fächer Allgemeine Sprachwissenschaft, Vergleichende Sprachwissenschaft und Sprachen Nordeuropas und des Baltikums im ersten oder zweiten Fachsemester zu absolvieren. Sie findet in jedem Semester statt und wird von den Professoren im Wechsel geleitet. Studierende der übrigen sprachwissenschaftlichen Fächer und der Philologien sind willkommen. Im Mittelpunkt stehen die folgenden Kerngebiete, die überblickartig in zehn bis elf Sitzungen und einer Wiederholungssitzung behandelt werden: Phonologle, Morphologie, Syntax, Semantik sowie linguistische Pragmatik und Textlinguistik.
Vorläufige Literaturangaben:

LYONS, J.: Die Spracbe. München 1983 (Language and Linguistics, Cambridge 1981)

O'GRADY, W. et. al.: Contemporary Linguistics. An Introduction. New York 1989
Leistungsnachweis: Abschlußklausur

Seminar: Lexikon und Text
Mo 12.30-14, P 15

Lexikon und Text sind komplementär und befruchten sich gegenseitig. Einerseits sind Kohärenzphänorhene der Textlinguistik wie Isotopie, assoziatiVe Anaphorik oder Relationen zwischen Propositionen nicht ohne den Rückgriff auf das Lexikon und die lexikalische Semantik zu behandeln. Andererseits kommen die moderne lexikonorientierte Grammatikforschung und insbesondere auch die Lexikologie und Lexikographie in Zukunft nicht mehr ohne den, Rückgriff auf umfangreiche Textkorpora aus und werden an ihnen. gemessen. Nominale Mehrwortausdrücke (im Deutschen entsprechen ihnen häufig Komposita) sind nur teilweise lexikalisiert und in Isolation mehrfach ambig. Sie erfahren erst im Textzusammenhang eine eindeutige Interpretation. Basis einer textorientierten Semantik ist dennoch in erster Linie Lexikonwissen und lexikalisch-semantisches Wissen, sei es in Form der Merkmalsemantik, der Framesemantik FILLMORES, der Objektklassen von G. GROSS, der Kollokationstheorie MEL'CUKS oder'irgendeiner anderen Konzeption der lexikalischen Semantik.

Diese Zusammenhänge,und Thesen gaben den -Ausschlag für das Zustandekommen des Themas dieses Seminars, in dem wir sie überprüfen, gebenenfalls verwerfen oder modifizieren und erweitern wollen, und in dem die Grundlagen der Lexikographie und der Textanalyse und Traduktion ebenso zur Sprache kommen wie ie Fragen der Entwicklung und Strukturierung von lexikalischen Datenbanken aus konkreten Textvorkommen und in unterschiedlichen Domänen

Leistungsnachweis: Referat und schriftliche Ausarbeitung

Übung: Lexikologie und kontrastive Lexikographie
Fr. 9-11, P 208

Im ersten Teil der Übung lernen wir Papierlexika und -wörterbücher kennen, die Kollokationsinformationen im weitesten Sinne enthalten (BBI, Langenscheidts Kontextwörterbuch, COLLINs/ROBERT, ECD).

Anschließend geht es um die Entwicklung von ein- und zweisprachigen Lexikonfragmenten, wie sie im Rahmen der Lexikongrammatik erarbeitet werden. Kenntnisse des Englischen, Französischen (Spanischen und Italienischen) sind willkommen, aber keine Voraussetzung zum Scheinerwerb. Zur Einstimmung lesenswert, aber nur um die Richtung anzudeuten.-

HEID, U. 1997. Zur Strukturierung von einsprachigen und kontrastiven elektronischen Wörterbüchern. Tübingen.
Leistungsnachweis: Abschlußklausur