II. Jornadas Venezolano-Alemanas de Lingüística y Comunicación
(Mérida, 20.-25. September 1999)
Das 1994 am Lateiamerikazentrum der Universität Mainz
(CELA) in Germersheim ins Leben gerufene Kolloquium von lateinamerikanischen und deutschen
Hispanisten hat nunmehr bereits viermal getagt (Germersheim 1994 und 1997, Mérida 1995
und jetzt 1999).
Auf der diesjährigen Veranstaltung wurden 17 Vorträge von
Kolleginnen und Kollegen der wichtigsten Universitäten Venezuelas und drei Vorträge von
deutschen Hispanistinnen und Hispanisten gehalten. Die venezolanischen Beiträge reichten
von dialektologischen und soziologischen Studien über allgemeinlinguistische mit Bezug
zum Amerikaspanischen bis zu solchen zur Semiotik, Altamerikanistik, Theaterwissenschaft
und zu den venezolanisch-deutschen Kulturbeziehungen. Ingrid Neumann-Holzschuh
(Regensburg) sprach zu "El español vestigial en Luisiana y las lenguas criollas.
Tendencias evolutivas en la morfosintaxis del isleño y del bruli", Klaus Pörtl
(Mainz/Germersheim) beschäftigte sich mit "La identidad venezolana o
latinoamericana en el teatro contemporáneo de América Latina" und Matthias Perl
(Mainz/Germersheim) diskutierte "Fuzzy edges en el léxico del español actual".
Am Kolloquim nahmen nicht nur alle bekannten
venezolanischen Fachvertreter teil sondern auch Studierende der Universidad de los Andes.
Das Kolloquium machte deutlich, daß die Vertreter der
venezolanischen hispanistischen Linguistik heute wesentlich die internationale Diskussion
zu bestimmten Problemen mitbestimmen. Hier sind besonders die Gebiete der Syntaxforschung
und der Pronominaltheorie zu nennen, aber auch Phonologie und Sprachgeschichte und
natürlich auch die Dialektologie. Im Unterschied zu vielen anderen Fachkollegen in
Lateinamerika publizieren die venezolanischen Hispanisten regelmäßig auch in
Fremdsprachen in Zeitschriften in den USA und Europa.
Viel besser als die sonst in Lateinamerika üblichen
Großveranstaltungen schuf das Kolloquium in Mérida eine ausgezeichnete Situation für
den intensiven Gedankenaustausch, wobei wieder evident wurde, wie wichtig die
venezolanisch-deutschen Kulturbeziehungen in Vergangenheit und Gegenwart sind. Man kann
nur hoffen, daß bei einer gegenwärtig zu beobachtenden Neuorientierung in der
auswärtigen Kulturpolitik auf Osteuropa traditionelle Bande nicht abgeschnitten werden.
Ein Veröffentlichung der Akten des Kolloquiums ist
vorgesehen. Die nächste Veranstaltung wird voraussichtlich in Regensburg stattfinden.
(Matthias Perl, Mainz)