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Roberto Arlt im Kontext der argentinischen Moderne.
Hispanistisches Kolloquium anlässlich des 100. Geburtstages von Roberto Arlt.

21. und 22. Januar 2000 im Senatssaal der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Veranstalter: Prof. Dr. Wolfgang Matzat (Bonn)

PD Dr. José Morales Saravia (Eichstätt)

StProf. Dr. Barbara Schuchard (Bonn)

 

Roberto Arlt (1900 - 1942), der argentinische Autor deutsch-österreichischer Herkunft, ist in Deutschland fast gänzlich unbekannt. (1982 ist hier eine Dissertation, 1996 sind zwei Aufsätze über ihn erschienen.) Er hat jedoch ein in der übrigen europäischen und amerikanischen Welt viel beachtetes und umfangreiches Werk hinterlassen: 4 Romane, 2 Sammelbände mit Erzählungen (dazu einige postum erschienene) und mehr als 9 Theaterstücke (die Zahlen bzw. Ausgaben sind umstritten); dazu ca. 1500 - 2000 "Aguafuertes" genannte Skizzen - die in der Zeitung "El Mundo" erschienen - vor allem aus Buenos Aires, sowie von Reisen nach Patagonien, Spanien und Nordafrika. Die letzten zuverlässigen Bibliographien aus dem Jahr 1996 zählen in der kritischen Literatur zu Roberto Arlt 30 monographische Buchveröffent-lichungen, 14 dem Autor gewidmete Festschriften und Sondernummern von Zeitschriften sowie mehr als 300 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften.

Auch für deutsche Verlage existiert Arlt nicht, seit den deutschen Übersetzungen des Doppelromans im Insel-Verlag, von 1976, die natürlich vergriffen sind. Auf Briefe an einschlägige deutsche Verlage, auch mit dem Hinweis auf das Jubiläum des 100. Geburtstages, ging nicht eine einzige Antwort ein. Der Romanist Georg Rudolf Lind schrieb vor nunmehr 24 Jahren in einer lobenden Rezension der deutschen Übersetzungen in der Stuttgarter Zeitung: "[...]das Schicksal des Argentiniers Roberto Arlt ist der Musterfall eines Autors, der zu früh auftritt und am Unverständnis des Publikums scheitert. [...] Unverständnis einer Leserschaft, die in seinen Romanen nichts Bekanntes fand: weder Gauchos und Pampa noch Meditationen über das Wesen des Argentiniertums."

Deswegen hat sich das Kolloquium erstmalig in Deutschland das Ziel gesetzt, den Autor in einem größeren wissenschaftlichen Rahmen von bekannten Argentinien-Spezialisten auch hier einem breiteren Publikum vorstellen zu lassen. Die Vorträge galten der Herkunft und dem sozialen Milieu des Autors, dessen Eltern kurz vor seiner Geburt aus Posen bzw. Triest nach Argentinien eingewandert sind, und umfaßten sodann sämtliche Bereiche und Gattungen des vielfältigen schriftstellerischen Werkes, im Zusammenhang der argentinischen wie europäischen Literatur. Um die Arbeitsergebnisse zugänglich zu machen, werden möglichst schnell die Akten des Kolloquiums veröffentlicht.

Arlts Geburtsland Argentinien war, abgesehen von einem "vino de honor" der argentinischen Botschaft, vertreten durch eine Argentinierin unter den Vortragenden (die gerade zur Professorin der Universität Rostock ernannt worden ist und darum auch die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat), Frau Andrea Pagni, durch eine von dem argentinischen Autor Miguel Vitagliano (Anna-Seghers-Preisträger 1996) verfaßte und dem Kolloquium dedizierte "Aguafuerte póstuma" zu Ehren von Roberto Arlt sowie durch einen in Buenos Aires im "Argentinischen Tageblatt" vom 25.12.99 erschienenen längeren Artikel, der das Bonner Kolloquium zum Gegenstand hat.

(Barbara Schuchard, Bonn)

 

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des Romanischen Seminars der Uni Mainz.
Stand:
04.07.2007